Warum ein Austauschjahr?

Angefangen hat alles damit, dass ich Berichte hörte von Austauschschülern aus meiner Nachbarschaft. Damals war ich aber glaube ich erst 7. Klasse, aber schon damals dachte ich: Das will ich auch!

Nach der 8. Klasse machte ich schließlich einen zweiwöchigen Austausch in die Schweiz. Ich empfand die Zeit aber als viel zu kurz um ein Land genauer kennen zu lernen und so langsam beschäftigte ich mich mit dem Gedanken vielleicht einmal selber ein Austauschjahr zu machen. Und dieser Wunsch ist nun zur Wahrheit geworden.

Warum Estland?

Das ist eine Frage, die ich in der letzten Zeit schon so oft gehört habe. Und zwar so oft, dass ich sie gar nicht mehr hören kann, weil ich eigentlich kaum einen sinnvollen Grund finden kann dafür.

Als ich mich dazu entschlossen hatte, eine Austauschjahr zu machen stand nämlich Norwegen bei mir ganz oben auf der Wunschliste. Anschließend folgten bei mir erst einmal Finnland und Schweden, denn Skandinavien finde ich einfach schon so lange toll.

Wie es der Zufall aber wollte, fand ich eine ziemlich gute Freundin in Estland und war dort im Urlaub. Es war sozusagen "Liebe auf den ersten Blick" (Zitat von meiner ehemaligen Bio/Chemie Lehrerin) im Bezug auf Estland. Das Land vermittelte mir einfach schon so viel Skandinavischen Flair. Doch anfangs kam es mir eher unwirklich vor, dass man in Estland überhaupt ein Austauschjahr machen kann und somit verblieb Norwegen erstmal da oben.

Später erfuhr ich aber von Austauschschülern in Estland und von dem Moment an wollte ich das auch.

Ich sprach auch mit meinen Eltern darüber und erwähnte nur noch Estland. Während ich allerdings auf meine Bewerbungsunterlagen wartete bekam ich erste Zweifel. Ich zögerte es lange hinaus eine Rangfolge zwischen Estland und Norwegen festzulegen. Schlussendlich setzte ich aber Estland auf Platz 1 und Norwegen auf die 2. Danach folgten Finnland als Nummer 3 und Schweden als viertes Land.

Doch dieses hin und her ging weiter. Schließlich bekam ich den Termin für mein Auswahlgespräch. Dieses verlief an sich sehr gut, wie ich es empfand.

Anschließend wurden wir aber alle nocheinmal auf unsere Länderwahl angesprochen. Die andern vier hatten alle englisch sprachige Länder angegeben. Ich war also der völlige Exot dort. Schließlich kam ich als letztes an die Reihe, da die andern erstmal USA , Australien usw. ordneten... Der Leiter des Gespräches war richtig begeistert davon, dass ich Estland als Erstwahl angegeben hatte und vor allem, dass ich Estland mit den anderen nordischen Ländern zusammenaufgezählt hätte usw. Aber nach meinem hin und her der vergangenden Wochen erklärte ich, dass Estland und Norwegen für mich gleichermaßen auf Platz 1 wären und Schweden habe ich rein wörtlich schon von der Liste gestrichen...weis nicht was ich damals gegen das Land plötzlich hatte. Jedenfalls wurden Norwegen und Estland gleichgesetzt und nun hieß es wieder warten und wer hätte es gedacht ich war mal wieder in diesem hin und her. Zum Glück ließ der Brief nicht lange auf sich warten und ich bekam relativ schnell nach dem Gespräch die Zusage für Estland. Als ich das las...in dem Moment konnte ich mich weder freuen, noch hätte ich traurig sein können. Ich glaube aber hätte Norwegen dort gestanden wäre ich ein bisschen traurig gewesen.

Nun aber kein hin und her mehr, sondern nur noch riesige Vorfreude auf Estland und meine Gastfamilie.